Eine Organisation baut Brücken.

Leo Baeck Institut Jerusalem

Das Leo Baeck Institut (LBI) in Jerusalem forscht zum deutschen Judentum. Dazu zieht es sich aber nicht in den wissenschaftlichen Elfenbeinturm zurück, sondern sucht den Dialog mit der israelischen Gesellschaft. Um diesen Dialog zu unterstützen, finanziert IrespectU seit 2016 jährlich eine Praktikumsstelle für eine(n) israelische(n) Studierende(n)

Der erste Praktikant in dieser Reihe, Gedalyahu Wittow, studierte Philosophie und Erkenntnistheorie. Er ist überzeugt davon, dass man generell aus den Erfahrungen vorhergehender Generationen lernen kann, insbesondere aber auch von den herausragenden deutsch-jüdischen Intellektuellen vergangener Tage. Dabei liegt ihm aufgrund seiner persönlichen Historie der Gedanke eines respektvollen Umgangs verschiedener Denkströmungen und Weltanschauungen am Herzen. Er selbst ist in einem ultra-orthodoxen jüdischen Umfeld aufgewachsen, das er aufgrund persönlicher Überzeugung inzwischen verlassen hat. Die eigenen Erfahrungen mit Ausgrenzung haben ihn für dieses Thema sensibilisiert. Personen mit einem ähnlichen Eignungsprofil folgten ihm jeweils für ein Jahr nach.

Das LBI Jerusalem bietet den Praktikant(innen) ein reiches Betätigungsfeld: Zusammen mit deutschen Volontär(innen) arbeiten sie am Austrian-Heritage Projekt mit, das österreichische Juden befragt, die in den 1930er Jahren nach Palästina auswanderten. Auch in Bibliothek und Archiv hat sich diese interkulturelle Zusammenarbeit inzwischen sehr bewährt. Darüber hinaus erstellen sie Beiträge für die sozialen Medien. 

Auch beim Erzähl-Cafè „Dor Siach“ (Generationengespräch) wurden diese studentischen Hilfskräfte bereits eingesetzt. Das monatliche Treffen bringt Angehörige verschiedener Generationen, Deutsche wie Israelis, zum Austausch über ausgewählte Themen zusammen. 

Das LBI Jerusalem besteht seit 1955 und wurde damals von einem Kreis jüdischer Denker und Philosophen, darunter Martin Buber, gegründet. Benannt wurde es nach Leo Baeck, dem letzten liberalen Rabbiner der historischen jüdischen Gemeinde in Berlin, der auch als erster Vorsitzender des LBI fungierte. Neben der Forschung zum deutschsprachigen Judentum hat sich die Einrichtung zum Ziel gesetzt, die deutsch-jüdische Geschichte in ihren vielfältigen Facetten dem israelischen Publikum zu präsentieren. Dazu gehört auch der Blick darauf, welche Denkimpulse die geistigen und intellektuellen Güter des deutschen Judentums heute für die israelische Gesellschaft bieten können. In diesem Zusammenhang veranstaltet das LBI Jerusalem Konferenzen, Seminare, Vorträge und Konzerte, sowohl für Fachwissenschaftler, als auch für die breite Öffentlichkeit. Weitere Leo Baeck Institute existieren in New York, London und Berlin.

Für weitere Informationen zum Leo Baeck Institut Jerusalem >>>

Praktikant Gedalyahu mit deutscher Volontärin Carmen Stamm

Veranstaltung zum 60. Geburtstag des LBI

Tor zum Leo Baeck Institut in Katamon, Jerusalem

Praktikant Gedalyahu Wittow

Konzert mit Pianist Aaron Kohlberg

"Das Theater in der deutsch-jüdischen Kultur", Veranstaltungsplakat

Dr. Doron Avraham, Universität Bar Ilan, bei der Verleihung der LBI Stipendien